Überraschendes Wiedersehen mit einem Patriarchen
Beim Katholikentag bin ich dem höchsten Würdenträger der Katholiken im Nahen und Mittleren Osten über den Weg gelaufen - bereits zum dritten Mal.
Kein schönes Bild von mir. Aber ich finde, der Patriarch strahlt eine große Würde und Gelassenheit aus.
Ich hatte ja bereits geschrieben, dass ich auf dem Katholikentag in Osnabrück als Fotograf gearbeitet habe. Als ich Nachts auf dem Weg zum Bahnhof war, bin ich von einem "alten Bekannten" nach dem Weg gefragt worden.
Ich habe vor mir im Lichtschein der Laternen zwei Männer gesehen, die ich für griechische Mönche gehalten habe. Als ich zu ihnen aufgeschloss, wandte sich der ältere der beiden mir zu, um mich nach dem Weg in die Innenstadt zu fragen. Das Gesicht kam mir sehr bekannt vor.
Ich habe ihm dann grob den Weg erklärt und ihm gesagt, dass ich es nicht genau wisse, da ich nicht aus Osnabrück sei. Als er dann sagt, dass er aus Damaskus käme, war ich dann sicher, dass es sich um Gregorius III Laham handelte, den Patriarchen von Antiochien und dem ganzen Orient, von ALexandrien und von Jerusalem der melikitisch griechisch-katholischen Kirche.
Als Oberhaupt der mit der mit der römisch-katholischen Kirche vereinigten Melikiten ist Gregorius III der höchste katholische Würdenträger im Nahen und Mittleren Osten. Sein Sitz ist in Damaskus.
Ich habe den Patriarchen damit schon drei Mal getroffen. Das erste Mal war im April 2005, als er zum Konklave nach Rom musste und ich nach einem Sprachkurs nach Deutschland. Wir flogen beide über Mailand.
In der Wartehalle des Flughafens in Damaskus saßen wir nebeneinander und irgendwann fing er ein Gespräch mit mir an.
Ein paar Monate später fotografierte ich die Eröffnungsveranstaltung der "Tage der Begegnung", die vor dem Weltjugendtag in Münster stattfanden. Gregorius III war dort als Ehrengast und fragte mich irgendwann, ob wir uns nicht kennen würden.
In Osnabrück erkannte er mich, nachdem ich ihm auf Arabisch (war ziemlich eingerostet, viel hat er wohl nicht verstehen können) erklärte, dass ich weiß, dass er aus Damaskus kommt und dass wir uns bereits kennen. Er schien sich über das Wiedersehen zu freuen. Wir haben verabredet, dass ich ihn besuche, wenn ich das nächste Mal in Syrien bin.