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Sultan-Hassan-Moschee

by marius last modified 2006-01-29 18:12

Eine Gruppe Männer sitzt in der Sultan-Hassan-Moschee zusammen und ruht sich aus. Im lauten und oft hektischen Kairo sind Moscheen nicht nur Orte des Gebetes sondern auch der Ruhe.

Insgesamt werden Moscheen im Islam nicht nur zum Gebet genutzt, sondern auch einfach um zusammenzukommen - woher auch das arabische Wort für Freitagsmoschee جامع kommt. In Damaskus habe ich Familien in der Omayyaden-Moschee picknicken sehen.

Die Sultan-Hassan-Moschee wurde zwischen 1356 und 1363 gebaut, im Auftrag von - wie sollte es anders sein - Sultan Hassan. Dieser war 13-jährig auf den Thron gekommen, wurde drei Mal gestürzt und kurz vor der Fertigstellung seiner Moschee ermordet. In der Moschee, in der auch die vier sunnitischen Rechtsschulen unterrichtet wurden, befindet sich ein Sarkophag für den Sultan, untergebracht in einem hohen, von einer Kuppel gekrönten Raum. Nur: Hassan liegt dort nicht. Seine Leiche verschwand und die Überreste wurden nie gefunden.

Auch der Moschee war keine Fortüne beschieden. Ein Minarett stürzte ein und tötete 300 Menschen, eine Kuppel sackte in sich zusammen. Strategisch günstig bei der Zitadelle gelegen, diente die Moschee bei vielen Scharmützeln zwischen den Mamluken als Festung und wurde deswegen häufig beschossen. Auch Napoleon ließ seine Soldaten das Gebäude in Visier nehmen, als er einen Aufstand gegen seine Besatzung bekämpfte. Diese Einschüsse sind heute noch zu sehen. Bereits vorher hatte ein Herrscher angefangen, die Moschee einreißen zu lassen. Dies musste aber wegen Protesten in der Bevölkerung gestoppt werden.

Trotz aller Schäden ist die Sultan-Hassan-Moschee sehr beeindruckend. Besonders schön ist die Gebetsnische, die auf dem Bild zu sehen ist und die Gebetsrichtung nach Mekka anzeigt.


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