Niedergeschlagen in Berlin
Ich habe bei einer Nazi-Demonstration und der entsprechenden Gegen-Demo fotografiert - und wurde von einem Polizisten niedergeschlagen
Polizisten nehmen einen Gegen-Demonstranten gefangen. Was dieser getan hat, weiß ich nicht, aber vielleicht wollte er den Stein werfen, den der Polizist links in der Hand hält.
Am Samstag, 19. August 2006, habe ich bei einer Demonstration, die als Ersatzveranstaltung zum verbotenen Gedenkmarsch für Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß in Wunsiedel angesehen wird, fotografiert. Ich versuchte, die Verhaftung einer Gegendemonstrantin abzulichten. Dabei versuchten die Polizisten, dieses zu behindern.
Dann griff ein Polizist mir von hinten mit Wucht ins Gesicht, riss mich hoch und warf mich auf meinen Rücken. Nasenbluten, Taubheitsgefühle im Gesicht und Kopfschmerzen waren die Folge. Der Leiter des Polizeizuges erklärte mir später, ich sei der "versuchten Gefangenenbefreiung" verdächtigt gewesen. Trotz Kamera und gut sichtbaren Presseausweis am T-Shirt.
Das Foto enstand, als bei einer Gefangennahme für wenige Sekunden der Kreis der Polizisten, der neugierige Fotografen eigentlich abhalten sollte, geöffnet war. Aber auch hier versuchten die Polizisten, das Fotografieren zu verhindern.
Re: Beileid
Tja, die Mühe, tatsächlich ein Verfahren gegen mich anzustrengen, hat sich anscheinend keiner gemacht.
Stattdessen hat der Polizeipräsident Berlins ein Verfahren gegen die beteiligten Beamten eingeleitet. Da ist aber wohl auch nichts passiert. Mein Kollege und ich sind zur Zeugenaussage zum LKA geladen worden. Innerhalb von vier Wochen sollte ich Nachricht bekommen, wie es weitergeht - was nicht passiert ist. Das ist jetzt etwa zehn Monate her...
Beileid!
Hi Marius,
habe grade deinen Artikel "Niedergeschlagen in Berlin" gelesen. Nach zweimal Gorleben und diversen Demos in HH als Fotograf kenne ich das Gefühl sehr gut. Trotz Presseausweis durfte ich auch schon eine Nacht in der Zelle verbringen, obwohl ich tatsächlich nur Beobachter war ("Ihr Presseausweis ist uns scheissegal, junger Mann!").
Also immer Obacht geben. Vor allem immer auf die Einsatzleiter und Gruppenführer! Wenn die auf einen zeigen sollte man sich aus dem Staub machen, denn mit den Kollegen in Rüstung, die dann zu einem geschickte, muss man erst gar nicht diskutieren. und einen Grund für die blutige Nase oder ausgekugelte Schulter findet sich immer, wie du selbst erfahren hast.
Schöne Seite übrigens :-)
Viele Grüße
Peer Brockhöfer