Kauft keinen umgespritzten Strom!
Wer Ökostrom will, sollte ihn auch bei einem Ökostrom-Anbieter kaufen.
Warum man nicht den Ökostromtarif eines konventionellen Stromanbieters ordern sollte, habe ich bereits in einem vorigen Beitrag dargelegt. Der Spiegel erklärt heute die praktische Vorgehensweise der Mogelpackung.
Dabei kann ein Stromanbieter billigen Atomstrom kaufen, der über das RECS-Zertifizierungssystem in Ökostrom umetikettiert wird, quasi grün umgespritzt wird. Dafür überweist der Stromanbieter einen kleinen Betrag an einen Hersteller von Ökostrom (der Spiegel nennt als Beispiel ein Wasserkraftwerk in Norwegen), der seinen Strom dann als Atomstrom verkauft.
So können ganze Städte auf Ökostrom umsteigen, ohne dass eine einzige Kilowattstunde mehr produziert wird. Der Natur bringt es so keinen zusätzlichen Nutzen und auch dem effektiven Ausstieg aus der Atomenergie kommt man so keinen Schritt näher.
In dem Spiegel-Artikel wird geraten: "Ökologisch ausgerichtete Verbraucher sollten deshalb bei ihren Anbietern unbedingt nachfragen, welcher konkrete zusätzliche Umweltnutzen" entstehe. Das halte ich für den falschen Ansatz. Wer Ökostrom haben will, sollte ihn von Anbietern beziehen, die ausschließlich Ökostrom anbieten und vielleicht sogar selbst herstellen. Hier führt eine erhöhte Nachfrage immer zu einer weiteren Erzeugung von Ökostrom.
Der Wechsel ist ganz einfach. Und vielleicht hilft Euch die Seite www.atomausstieg-selber-machen.de, Euren inneren Schweinehund zu überwinden.