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Kairo: Ein Rabe gab den Namen

by marius last modified 2006-01-29 18:12

Die Stadt Kairo, im Jahre 969 durch die Fatimiden gegründet, erhielt der Legende nach ihren Namen durch einen Raben.

In der Nähe der alten Stadt Fustat (643 als erste arabische Stadt in Afrika durch den Eroberer Ägyptens Amr ibn al-As gegründet) legten die schiitischen Fatimiden 969 ihre neue Hauptstadt an. Sie hatten die Region aus dem Maghreb kommend erobert. Den richtigen Zeitpunkt für den Start des Baues der Stadt sollten Astrologen bestimmen - mit Hilfe von Glocken, die an den Seilen befestigt waren, mit denen der Bauplatz festgelegt war. Bevor das allerdings geschehen konnte, setze sich ein Rabe auf eines dieser Seile. Das löste die Glocken aus, die Arbeiter begannen mit dem Bau.

Zu dem Zeitpunkt stand gerade Mars im Aszendenten, den die Araber al-Qahir (القاهر) nennen, "der Siegreiche". So wurde die Stadt al-Qahira getauft, "die Siegreiche", woraus die Europäer "Kairo" machten.

Schöne Geschichte, oder?

Das Bild zeigt den Bild zeigt den Blick von der Zitadelle aus, die von Saladin (صلاح الدين, Salah ud-Din) gegründet wurde. Den kennen wir vor allem als edlen, weisen und siegreichen Gegner der Kreuzritter - verewigt durch Lessings "Nathan der Weise". Saladin war Kurde aus der Stadt Tikrit im heutigen Irak. Sein Ruhm ist bis heute so ungebrochen, so dass auch Saddam Hussein davon profitieren wollte. Er ließ sich daher lange "Saddam Hussein al-Tikriti" bezeichenen, "der Tikriter", obwohl er nicht aus Tikrit stammte, sondern aus einem kleinen und unbedeutendem Kaff in der Nähe. Allerdings verbot er irgendwann diese traditionelle Namensbildung, um zu verschleiern, auf wie vielen Posten "al-Tikritis" saßen. Schon eine bittere Ironie, dass Hussein einen Kurden zu Idol erkoren hat, selbst aber tausende Kurden ermorden ließ.

Die beiden großen Moscheen, die nur durch eine Gasse voneinander getrennt sind, sind die Sultan-Hassan-Moschee und die ar-Rifa'a-Moschee. Beide sind aus mamlukischer Zeit. Die Mamluken (مملوك, Mamluk: Sklave - "jemandem gehörend") kamen meist als Kinder turkstämmiger Völker nach Ägypten, wo sie zu Soldaten ausgebildet wurden. Die Mamluken wurden bald Herrscher Ägyptens, rekrutierten sich aber weiterhin aus Kindersklaven. Ein in Ägypten geborener Sohn eines Mamlukenherrschers hatte in der Regel keine Chance, selbst Herrscher zu werden.

Der Großraum Kairo hatte laut Wikipedia am 1. Januar 2005 über 15,5 Millionen Einwohner. Andere Zahlen schwanken zwischen 14 und 20 Millionen. Ich selbst wohne offiziell gar nicht in Kairo, sondern in Gizeh (der Ort mit den Pyramiden). Allerdings bin ich mit dem Taxi innerhalb einer Viertelstunde Downtown. Ich dürfte also dichter am Zentrum wohnen, als ein paar Millionen "echter Kairiner".

Der Smog, den ihr auf dem Bild seht, hat auch etwas gutes: In Kairo , muss man sich nicht mit Sonnencreme einschmieren...


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