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Fastenbrechen in Kairo

by marius last modified 2006-01-29 18:12 Marius Meyer

Das Leben in Kairo ist im Moment vor allem durch den Fastenmonat Ramadan رمطان bestimmt, dem neunten Monat des islamischen Mondjahres. In ihm sind - während des Tages - jedem Muslim leibliche Genüsse verboten.

Dieses Verbot umfasst nicht nur Nahrung, sondern auch Wasser und andere Getränke sowie Geschlechtsverkehr. Alkohol wird auch während der Nacht nicht getrunken, während viele der Meinung sind, dass Haschisch nicht "haram" حرام, nicht verboten ist. Die Teilnahme am Fasten ist Menschen freigestellt, die Medikamente nehmen oder auf reisen sind. Frauen in der Menstruation fasten nicht. Schwangeren und stillenden Müttern ist das Fasten genauso verboten wie Behinderten. Das ist, wie ich finde, ein starkes Beispiel für den Pragmatismus des Islam. Außerdem sind die Muslime gehalten, während des Ramadan keinen Streit anzufangen und den Koran zu lesen.

Durch das Fasten wird im Moment das ganze Leben hier in Kairo bestimmt. Nachts um drei wird es in meinem Haus lebendig, damit jeder noch einmal was essen kann, bevor "man einen weißen von einen schwarzen Faden unterscheiden kann" - so die Definition für den Tagesbeginn, der so noch vor dem Sonnenaufgang liegt. Die Unternehmen und Arbeitgeber sind auch auf das Fasten eingestellt. Die meisten Leute können um den Mittag herum nach Hause, wo sie meist wahrscheinlich den Schlaf der Nacht nachholen.

Höhepunkt des Tages ist das Fastenbrechen (اقطار, Iftar), das viele in Restaurants feiern, die zusätzliche Tische raus stellen. Überall in der Stadt sind Zelte und Tische aufgebaut, wo jeden Abend Speisungen für die Armen stattfinden. Das Bild habe ich beim Fastenbrechen in einem Restaurant in der islamischen Altstadt Kairos geschossen.


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