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Auf dem Nasser-Stausee

by marius last modified 2006-02-06 18:08

Viele der altägyptischen Sehenwürdigkeiten in Oberägypten sind nur mit dem Boot erreichbar.

So wurden die Tempel von Kalabsha und Kertassi mit Unterstützung der UNESCO verlegt, als 1961 der Bau des Assuan-Hochdammes begonnen wurde. Dieser staut den Nil zum "Lake Nasser" auf, der sich heute über 5250 Quadratkilometer erstreckt, mit einer Länge von 510 Kilometern Länge bis in den Sudan reicht und bis zu 35 Kilometer breit ist.

Viele der Tempel befinden sich heute in der Nähe Assuans auf kleinen Inseln und sind mit Motorbooten oft innerhalb weniger Minuten zu erreichen. Der beeindruckende Isis-Tempel-Komplex wurde zwischen 1972 und 1980 auf die Insel Philae verlegt. Schon im 19. Jahrhundert war er eine Touristenattraktion, ab dem frühen 20. Jahrhundert mit dem "special feature", dass man ihn per Boot breisen konnte - sechs Monate pro Jahr stand er während des Nilhochwassers unter Wasser, das beim Abfließen tonnenweise Schlamm hinterließ. Der Bau des Staudammes dürfte für diesen Komplex ein Segen gewesen sein.

Weniger positiv dürfte es für die nubische Kultur gewesen sein. Das Herzland Nubiens liegt heute unter dem See. Die Nubier mussten ihre Häuser und Dörfer verlassen, Jahrhunderte alte Strukturen in ihrer Gesellschaft wurden zerissen. Ein Nubier in Kairo sagte mir mal, sein "Volk muss nun als Ägypter aufwachsen". Begeistert war er von dieser Tatsache nicht.


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