Alte Frau in Syrien
Eine alte Frau sortiert vor ihrem Haus Getreide, Nüsse oder ähnliches. Die Frau wohnt an einem Berghang im syrischen Maalula معلولا, einem der wenigen Dörfer auf der Welt, in denen noch Aramäisch gesprochen wird.
Sie sitzt auf der Terrasse vor ihrem Haus, auf ihrem Schoß hält sie eine Schale, in der sich Getreidekörner, Nüsse, Sonneblumenkerne oder ähnliches befindet. Ich kann mich nicht mehr erinnern, was genau es war und auf dem Foto kann ich es auch nicht erkennen. Auf jeden Fall sortiert sie den Inhalt des Gefäßes. Viele Leute aus Maalula wohnen während normalerweise in Damaskus, im christlichen Teil der Altstadt, im Viertel Bab Tuma باب توما. dort kann man an vielen Geschäften die aramäische Schrift sehen. Wenn es aber im Frühling und Sommer in Damaskus zu heiß und stickig wird, kommt jeder, der es sich leisten kann, in das Heimatdorf zurück, feiert dort Ostern (das Fest wird dort zweimal gefeiert: einmal von den Katholiken, die sich nach dem gregorianischen Kalendar richten, einmal von den Orthodoxen, die sich am julianischen System orientieren) und bleibt in für ein paar Monate in dem kühlen Bergdorf. In Deutschland dürfte Rafik Shami der bekannteste Sohn Maalulas sein. Er nennt das Dorf in seinem Roman "Die dunkle Seite der Liebe" "Mala".