Abwechslungsreicher Job
Meine Arbeit hier in Berlin ist ziemlich abwechslungsreich. Am Dienstag nach der Demo, während der ich von einem Polizisten niedergeschlagen wurde, saß ich für ein Interview in einer Suite des Ritz Carlton.
Dort hatte es mich hin verschlagen, weil ich "Tokio Hotel" interviewen sollte. Diese Teeny-Band, wegen der die kleinen Mädels so ausrasten. War ein ganz nettes Gespräch, die Jungs sind recht aufgeweckt. Ich habe mit meinem Kollegen Tim-Niklas Kubach die beiden Zwillinge Bill und Tom sowie Gustav befragt.
Das Gespräch fand in einem Raum einer Suite im sechsten Stock der Luxus-Hotels Ritz Carlton statt, dass am Potsdamer Platz steht. Es war 16 Uhr und in dem Raum war ein Buffet aufgebaut. Bill verspeiste gerade seine Frühstücksflocken.
Die Jungs zu interviewen war nicht einfach: Bill und Tom haben sich die ganze Zeit gegenseitig unterbrochen, so dass es schwierig war, den roten Faden im Auge zu behalten. Außerdem redeten sie dabei so laut, dass mir nach den 30 Minuten der Kopf dröhnte.
Jetzt habe ich noch keine Ahnung, wie ich dieses Interview verwerten soll. Bisher ist es nur in die kleine Rubrik "das gibt zu denken" eingeflossen. Dort allerdings nutze ich ein Zitat von Bill, um mich über Friedbert Pflüger lustig zu machen. Der hat - als Berliner CDU-Spitzenkandidat für die Bürgermeisterwahl - mehrfach betont, wie sehr ihm seine Heimatstadt Hannover gefällt. Und hat sich damit natürlich keine Freunde in Berlin gemacht.
Die Jungs von "Tokio Hotel" haben uns im Interview versichert, dass sie Spaß verstehen. Konkret gefragt hatten wir nach einem Titanic-Titelblatt gefragt, das die Band zeigt und den Schriftzug "Dann lieber aussterben - vier gute Gründe gegen Kinder".