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Mein Handy spricht nicht mehr mit dem Ladegerät

by marius last modified 2010-08-13 19:23

Das Nokia ist eine ziemliche Zicke

Mein Mobiltelefon hat seinen Geist aufgeben. Es ist wohl beleidigt darüber, dass es eine Nacht nicht neben meinem Bett liegen durfte und schnöde auf dem Schreibtisch versauern musste. Am folgenden Morgen weigerte es sich, weiter mit dem Ladegerät zu sprechen, mit der absurden Behauptung, dieses sei nicht kompatibel.

Inzwischen ist der Akku leer.

Da ich im Moment im Examensstress bin und keine Zeit habe, mich um einen anderen Partner für Hosentasche, Schreibtisch und Bett zu suchen, bin ich vorerst nur über Festnetz und E-Mail zu erreichen. Wer die Nummer oder die Adresse nicht hat, wendet sich vertrauensvoll an das Kontaktformular.

update: Ich habe inzwischen mein zehn Jahre altes Nokia wieder in Betrieb genommen. Der Akku hält bei Gesprächen aber nur wenige Sekunden durch. Also am besten ein paar Mal klingeln lassen, dann rufe ich zurück. In drei Wochen dann habe ich Zeit, mich um ein neues Handy zu kümmern.

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Mein Hakawati wirbt für ein Festival

by marius last modified 2009-06-08 21:38

Mit einem meiner Fotos wirbt das 9. Internationale Literaturfestival Berlin

Eines meiner Fotos ist in Anzeigen für das 9. Internationale Literaturfestival Berlin erschienen. Es zeigt den Hakawati (Geschichtenerzähler) Abu Shadi. Er trägt im Café Noufara im Schatten der Omayyaden-Moschee in Damaskus Fabeln, Erzählungen und Märchen vor. Weil Abu Shadi diese Texte extrem nuanciert vortragen kann - und sie unter anderem unterstreicht, indem er mit einem Schwert fuchtelt - lohnt sich der Besuch auch für Menschen, die kein Arabisch verstehen.

Geschossen habe ich das Foto 2005, als ich in Damaskus war, um Arabisch zu lernen. Ich habe es bei einem Wettbewerb eingereicht, mit dem für das Literaturfestival ein Foto für das Plakat gesucht wurde. Ob ich den Wettbewerb vielleicht gewonnen habe, weiß ich noch nicht. Aber schon vor der Entscheidung für das Plakat haben die Organisatoren mich gefragt, ob sie mein Foto für Anzeigen nutzen dürfen. Dankenswerterweise wurde in die Copyright-Angabe auch die URL meiner Homepage aufgenommen. So sind Sie, lieber Lisan- oder Litprom-Leser dann ja auf meine Seite gekommen.

In Damaskus entstanden natürlich auch weitere Bilder, wie auch bei zwei Aufenthalten in Kairo. Die besten Fotos finden Sie in meiner Galerie Szenen des Orients.

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Zahlt der Staat mein neues Rad?

by marius last modified 2009-04-27 11:18

Der VCD hilft auf seiner Internetseite, eine Abwrackprämie für ein Fahrrad zu beantragen

Heute morgen habe ich mein Fahrrad geputzt. Das ist eigentlich nicht erwähnenswert, aber aus zwei Gründen doch irgendwie etwas besonderes. Erstens kommt es sehr selten vor. Ich glaube, das letzte Mal habe ich ein Rad geputzt, als und weil ich meinen ersten Liebeskummer hatte - ich weiß, das ist eine seltsame Ersatzhandlung.

Zweitens muss die Ursache des Drecks eine besondere gewesen sein. Das Rad war über und über mit Vogelscheiße bedeckt. Ganz offensichtlich ist in den letzten Tagen, als ich in Berlin beim taz-Kongress war, ein ganzes Geschwader Andenkondore aus Südamerika herüber geflogen, nur um meinen klapperigen Drahtesel als Klo zu benutzen. Ich frage mich, ob ich mir letzten Sommer in Bolivien irgendwelche Feinde mit besonderen Kräften gemacht habe…

Jedenfalls habe ich mir, als ich mein Fahrrad mit Schaufel, Brecheisen und Spüli aus dem Guano-Berg befreit habe, gewünscht, es gäbe eine Abwrackprämie für Fahrräder - die den offiziellen, derzeit aber lediglich propagandistischen Namen "Umweltprämie" dann auch verdient hätte. Als ich mit den anstrengenden, ekeligen und von den Nachbarn schadenfroh beobachteten Bergungsarbeiten fertig war, bin ich dann in der SZ darauf gestoßen, dass der Verkehrsclub Deutschland ein Formular auf seiner Internetseite hat, mit dem man tatsächlich beim zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) Interesse für eine Abwrackprämie für sein Rad anmelden kann. Das BAFA wird dann aufgefordert, die für die Fahrrad-Umweltprämie notwendigen Unterlagen zu schicken. Mit den 2500 Euro kann man sich dann ein neues Rad und Tickets für Bus und Bahn kaufen. Falls man sie denn irgendwann bekäme…

Ich habe dieses Formular ausgefüllt und abgeschickt. Vorsichtshalber habe ich noch ergänzt, dass das BAFA mir auch - falls es für ein abgewracktes Fahrrad nicht zahlen kann - eine Bescheinigung schicken kann, damit ich mit der Abwrackprämie, die meine Freundin und ich für unser Auto bekommen können, ein neues Rad kaufen kann.

Ich habe dem BAFA versichert, dass ich das Geld im Sinne der Konjunkturförderung nur für ein Rad von einem deutschen Hersteller ausgeben würde. Ich liebäugle schon länger mit dem tazrad. Aber wie zum Kondor muss ich es pimpen, um auf 2500 Euro zu kommen?

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Off Air

by marius last modified 2009-03-09 02:52

Für eine Übergangszeit bin ich nicht per Handy zu erreichen

Mein Mobiltelefon sieht zwar etwa so schlimm aus, wie die Telefonzelle rechts im Bild, aber es ist - wie vielleicht auch auf dem Bild - nur das Gehäuse betroffen. (Dort waren es augenscheinlich Vandalen, im Fall meines Gerätes waren es Salsa tanzende Bolivianer und Cumbia stolpernde Deutsche.)

Es wird nicht an der Hardware liegen, wenn ich in den nächsten Tagen nicht auf meinem Handy erreichbar sein werde. Ich wechsele den Anbieter, und zwar von Base zu Congstar. Angeblich funktioniert meine Nummer wieder ab Freitag (6. März). Base- und E-Plus-Kunden sollten beachten, dass die Gespräche zu meinem Telefon für sie teurer werden, auch wenn ich weiter eine E-Plus-Vorwahl haben werde.

Dann gibt es noch eine weitere Änderung: Ich habe jetzt eine Fax-Weiche eingerichtet, man kann mir also problemlos ein Fax an meine Festnetznummer schicken. Die schlecht funktionierende web.de-Nummer kann dem Vergessen anheimfallen.

Wer weder meine Festnetznummer noch meine E-Mail-Adresse hat, kann mich über das Kontakt-Formular erreichen.

Nachtrag: Die Portierung hat einwandfrei geklappt, ich bin wieder über meine Handy-Nummer zu erreichen.

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Die schöne Seite der Finanzkrise

by marius last modified 2008-10-21 13:45

Jaja, es ist schlimm. Vielleicht steht die Welt am Abgrund, vor einer neuen Weltwirtschaftskrise. Aber Finanzkrise gönnt uns doch auch etwas: Schadenfreude...

Bevor mir die geneigten Leser dieses Blogs jetzt (beziehungsweise nach der Lektüre diese kleinen Machwerks) aufs Dach steigen: Ich habe keine besonders große Ahnung von der Finanzkrise. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob ich sie verstanden habe. Kann man es überhaupt verstehen, dass die wirtschaftlich offenbar an den Abgrund gerät, weil ein paar offensichtliche Trottel mit Dingen gehandelt haben, die sie offenbar selbst nicht verstanden haben? Die Jungs und Mädels haben sich gegenseitig wertlose Kredite verkauft - und dabei so getan als wären wasweißichwas wert.

Für mich hört sich das so an, als würde man mit einer Portion McDonalds-Fritten handeln und sie - mit Gewinn - untereinander hin und her verkaufen. Dabei sind die von Anfang an ziemlich mies und werden mit der Zeit immer schlechter, ranziger, kälter...

Die taz erklärt heute in einem Artikel theoretisch, wie es zu der Krise kommen konnte. Kurz gefasst: Jeder der Börsenhändler und Banker hat gedacht, er sei der Größte und schlauer als die Kollegen. Deswegen wurde immer mehr Geld in einen Markt gepumpt, selbst als man eigentlich nicht mehr an seinen Fortbestand glauben konnte.

"... gedacht, er sei der Größte..."? Das kommt mir bekannt vor. Solchen Typen bin ich ständig begegnet, als ich noch Hochschulpolitik gemacht habe. Die studierten Wirtschaft (aber ausschließlich Betriebs- nie Volkswirtschaft) oder Jura, sprangen auch als Studenten bei jeder sich bietenden Gelegenheit in einen Anzug (blaues Hemd mit gelber Krawatte auf einem Hollandrad sieht ziemlich peinlich aus) und vertraten im Wahlkampf um das Studierendenparlament schon mal die Abschaffung von Steuern - egal, dass sie sonst den Asten jedes Recht auf allgemeinpolitische Vertretung absprachen. Wenn man sich mit diesen Typen unterhielt, versuchten sie immer das Gefühl zu vermitteln, dass jeder, der nicht die ganze Zeit an Geld und Karriere denkt, ein armer Tropf sei. (Und dabei waren die Typen wohl noch die harmloseren. Denn ein echter Yuppie wird wohl kaum eine politische Karriere anstreben oder sich gar ehrenamtlich enagieren - auch nicht bei RCDS oder Julis.)

Ich frage mich, was aus diesen Typen wohl geworden ist. Sind da vielleicht ein paar Aktienhändler dabei?

Ich werde mal die Seite sadguysontradingfloors.tumblr.com nach ihnen durchsuchen. Da kann man sie sich ankucken, die "Masters of the Universe". So klein mit Hut sind die da.

Bei der Seite handelt es sich um einen Fotoblog, auf dem Bilder (mehr oder weniger) verzweifelter Aktienhändler zu sehen sind, hinterlegt mit hämischen und (mehr oder weniger) witzigen Kommentaren. Schließlich ist bei all der Dramatik der Finanzkrise Schadenfreude eine der schönsten Freuden. Und die will man am liebsten über den "Herren der Welt", die mit ihrem virtuellen Schrotthandel Milliarden verbrannt haben, ausschütten. Kübelweise.

sadguysontradingfloors.tumblr.com ist die schöne Webseite der Finanzkrise.

Allerdings frage ich mich, ob sich mit Chris Riebschlager, der das Blog betreibt, gerade ein "Interactive Art Director" über Aktienhändler lustig machen sollte. Für mich hört sich das ziemlich genauso abgehoben und aufgeblasen an, wie Sub-prime-Kredite.

Aber Riebschlagers Firma hat wenigstens Erfahrung mit teuren Schrottprodukten, die man wirklich anfassen kann. Sie hat für McDonalds das HappyMeal erfunden.

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Und der Nobelpreis für Alchemie geht an...

by marius last modified 2008-10-13 12:50

 

Heute (08. Oktober) stolperte die Meldung, die im Bild zu sehen ist, aus dem Arabischen Internetangebot der BBC in meinen RSS-Reader. Gelesen wird die Titelzeile in etwa folgendermaßen: "Amrikiyani wa-Yabani yafuzun bi-Nobil fi Alkimiya". Da war ich doch recht überrascht, dass es einen Nobelpreis für Alchemie gibt, den zwei amerikanische und ein japanischer Wissenschaftler da gewonnen haben.

Erst nach einem kurzen Moment wurde mir dann doch mal klar, dass unser Wort "Chemie" (oder - wie der gemeine Bayer in seiner wohltönenden Ausprache zu sagen pflegt - "Kemie") aus dem Arabischen kommt - und zwar über das Wort "Alchemie". "Al-" ist dabei nur der Artikel, "Al-Chemie" also ist "die Chemie".

Mir ist nicht ganz klar, warum aus dem Wort "Alchemie" in dem Moment, in dem sich diese in eine ernstzunehmende unsere Lebensweise komplett verändernde Wissenschaft verwandelt hat, "Chemie" wurde. Ich hoffe aber, dass "Alkimiya" in der arabischen Welt ebenfalls eine echte Wissenschaft ist - nicht dass dort spleenige Zauberer noch immer versuchen, Gold herzustellen. Beziehungsweise dass sie es, wenn sie das doch vorhaben, mit einem Fusionsreaktor erreichen wollen. Und nicht mit dem "Stein der Weisen".

Wenn aber der Verlust der beiden Buchstaben "Al-" den Übergang von der Pseudowissenschaft zur Wissenschaft kennzeichnet, sollte "Algebra" wohl besser aus den Lehrplänen gestrichen werden.

Übrigens hätte wohl keiner gedacht, dass ich mich noch einmal mit Chemie beschäftige. Am wenigsten Frau Stahr, die durchaus engagierte Lehrerin, bei der ich meine Abiprüfung in dem Fach dann trotzdem vergeigt habe. Das war am Gymnasium Antonianum in Vechta. Die Schule zählt seit dem Wochenende auch einen Nobelpreisträger unter ihren ehemaligen Schülern.

Ich vermute aber, dass Harald zur Hausen in Chemie weit besser war als ich.

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Demokratie kaufen bei eBay

by marius last modified 2008-06-12 13:19

Ich habe es ja schon immer vermutet, dass Wahlen manchmal gekauft werden...

Neu war mir allerdings, dass man das jetzt auch über den omnipräsenten, weltweiten Grabbeltisch eBay tun kann. Doch genau das muss der Fall sein - falls man der Google-Werbung im Bild glauben darf.

Nachdem früher das aktive Wahlrecht ein Zensuswahlrecht war, gibt es jetzt das Passive zu erwerben. Also die Politiker müssen für das Ergebnis zahlen. Und nicht nur das: es wird über eBay den entfesselten Kräften des Marktes unterworfen. Angebot und Nachfrage regeln den Preis. Ideologisch sehr zur Freude der FDP, praktisch eher toll für die Linkspartei, die über das ehemalige SED-Vermoegen verfügt.

Das bedeutet natürlich, dass manches Ergebnis billiger zu haben ist als ein anderes. Damit wäre dann auch der Erfolg der NPD bei den Kommunalwahlen in Sachsen erklärt. Denn: Welche Partei, die nicht muss, will schon in einen sächsischen Kreistag? Da spart man lieber den Kaufpreis für eine ordentliche Wahl. Aber die NPD muss. Sie kann sich nämlich kein Wahlergebnis in einem anständigen Parlament mehr leisten, nachdem ihr Schatzmeister sich an der Parteikasse vergriffen hat.

Was ich mich bei dem Handel von Wahlergebnissen auf eBay ja noch frage: Sind das private oder gewerbliche Verkäufer? Davon hängt nämlich ab, ob die Käufer die Ergebnisse im Rahmen der Gewährleistung zurückgeben dürfen... Und: Wird unsere Demokratie eigentlich als "gebraucht" angeboten oder oder ist sie noch "wie neu - aber beachten sie die braunen Flecken auf der Rückseite"?

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Überraschendes Wiedersehen mit einem Patriarchen

by marius last modified 2008-06-06 18:52

Beim Katholikentag bin ich dem höchsten Würdenträger der Katholiken im Nahen und Mittleren Osten über den Weg gelaufen - bereits zum dritten Mal.

Ich hatte ja bereits geschrieben, dass ich auf dem Katholikentag in Osnabrück als Fotograf gearbeitet habe. Als ich Nachts auf dem Weg zum Bahnhof war, bin ich von einem "alten Bekannten" nach dem Weg gefragt worden.

Ich habe vor mir im Lichtschein der Laternen zwei Männer gesehen, die ich für griechische Mönche gehalten habe. Als ich zu ihnen aufgeschloss, wandte sich der ältere der beiden mir zu, um mich nach dem Weg in die Innenstadt zu fragen. Das Gesicht kam mir sehr bekannt vor.

Ich habe ihm dann grob den Weg erklärt und ihm gesagt, dass ich es nicht genau wisse, da ich nicht aus Osnabrück sei. Als er dann sagt, dass er aus Damaskus käme, war ich dann sicher, dass es sich um Gregorius III Laham handelte, den Patriarchen von Antiochien und dem ganzen Orient, von ALexandrien und von Jerusalem der melikitisch griechisch-katholischen Kirche.

Als Oberhaupt der mit der mit der römisch-katholischen Kirche vereinigten Melikiten ist Gregorius III der höchste katholische Würdenträger im Nahen und Mittleren Osten. Sein Sitz ist in Damaskus.

Ich habe den Patriarchen damit schon drei Mal getroffen. Das erste Mal war im April 2005, als er zum Konklave nach Rom musste und ich nach einem Sprachkurs nach Deutschland. Wir flogen beide über Mailand.

In der Wartehalle des Flughafens in Damaskus saßen wir nebeneinander und irgendwann fing er ein Gespräch mit mir an.

Ein paar Monate später fotografierte ich die Eröffnungsveranstaltung der "Tage der Begegnung", die vor dem Weltjugendtag in Münster stattfanden. Gregorius III war dort als Ehrengast und fragte mich irgendwann, ob wir uns nicht kennen würden.

In Osnabrück erkannte er mich, nachdem ich ihm auf Arabisch (war ziemlich eingerostet, viel hat er wohl nicht verstehen können) erklärte, dass ich weiß, dass er aus Damaskus kommt und dass wir uns bereits kennen. Er schien sich über das Wiedersehen zu freuen. Wir haben verabredet, dass ich ihn besuche, wenn ich das nächste Mal in Syrien bin.

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Katholizismuskompatibel?

by marius last modified 2008-06-06 18:52

Ja! Endlich! Es ist soweit! Jetzt werden die "page impressions" dieser Seite gepusht! Jetzt kann ich einen Begriff auf meine Seite setzen, der viele User hierher lotsen wird. Dieser Begriff besteht aus zwei Worten und lautet CULCHA CANDELA.

Am Freitag habe ich im Auftrag des BDKJ als Fotograf auf dem Katholikentag gearbeitet. Und "Culcha Candela" (eine Mehrfachnennung kann der Seiten-Statistik nicht abträglich sein) war der Hauptact eines Konzertes, das vom BDKJ und missio veranstaltet wurde.

Das Konzert war "hamma" (dieser Begriff wird bestimmt auch ein paar Leute auf die Seite locken). Ich stand mit meiner Kamera im Orchestergraben. Von hinten kreischten rund 15.000 bis 20.000 junge Menschen in meine Ohren, von vorne wummerten gefühlte 100.000 Watt die Bässe in meinen Bauch. Und die Jungs von "Culcha Candela" haben den Osnabrücker Schlossplatz wirklich gerockt.

Aber ich habe mir die ganze Zeit eine Frage gestellt: Sind die Texte, in denen es eigentlich nur um Sex geht, wirklich katholizismuskompatibel?

Wahrscheinlich kann es nur eine Antwort geben: Nein. Aber das ist wohl auch egal. Die jungen Katholikentagsbesucher wollten abends Spaß und haben ihn bekommen. Wenn darüber hinaus tagsüber etwas über Spiritualität, Nächstenliebe und selbstloses Engagement hängen geblieben ist, kann ich über die - für eine katholische Veranstaltung - ungewöhnlichen Texte nur sagen: So what?

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Schwarzweißfotos aus Syrien und Ägypten

by marius last modified 2008-05-13 20:37

Ausstellung in Münster und auf dieser Seite / Mal wieder Probleme mit dem Internet Explorer.

In Münster stelle ich derzeit schwarz-weiße Reportage- und Streetfotos aus Ägypten und Syrien aus, genauer gesagt im Eckstein's auf der Wolbecker Straße 71. Weil ich weiß, dass wegen meiner Fotos noch nicht jeder dorthin pilgert, habe ich die Bilder und noch einige mehr als Galerie auf diese Seite gestellt. Schaut doch mal rein und sagt, was ihr von den Bildern haltet.

Die Darstellung der Galerie orientiert sich übrigens an der Aufhängung im Eckstein's. Dort hängen die Bilder in quadratischen Rahmen und grauem Passepartout in einem Raster von vier zu drei Bildern.

Probleme dürften allerdings wieder die Nutzer des Internet Explorer 7 haben. Bereits mehrere haben mir gemeldet, dass sie sich nicht von der Miniaturansicht in die Bilder klicken können. Laut einer kurzen Google-Recherche soll das Problem darin begründet sein, dass der IE7 - trotz gegenteiliger Beteuerungen von Microsoft – nicht alle W3C-Standards unterstützt.

Allerdings trat zumindest bei einem der betroffenen User der Fehler nur bei der ersten, nicht aber bei der zweiten Seite auf. Dort könne man sich in die Bilder rein- und sie dann rückwärts bis zum Anfang durchklicken.

Ich empfehle aber statt dieses Workarounds eher die Benutzung von Firefox, Opera oder Safari. Mit letzterem bearbeite ich diese Seite.

Übrigens kann man die Bilder auch käuflich erwerben. Entweder im Eckstein's oder einfach über das Kontakt-Formular bei mir melden.

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Kauft keinen umgespritzten Strom!

by marius last modified 2008-01-05 20:26

Wer Ökostrom will, sollte ihn auch bei einem Ökostrom-Anbieter kaufen.

Warum man nicht den Ökostromtarif eines konventionellen Stromanbieters ordern sollte, habe ich bereits in einem vorigen Beitrag dargelegt. Der Spiegel erklärt heute die praktische Vorgehensweise der Mogelpackung.

Dabei kann ein Stromanbieter billigen Atomstrom kaufen, der über das RECS-Zertifizierungssystem in Ökostrom umetikettiert wird, quasi grün umgespritzt wird. Dafür überweist der Stromanbieter einen kleinen Betrag an einen Hersteller von Ökostrom (der Spiegel nennt als Beispiel ein Wasserkraftwerk in Norwegen), der seinen Strom dann als Atomstrom verkauft.

So können ganze Städte auf Ökostrom umsteigen, ohne dass eine einzige Kilowattstunde mehr produziert wird. Der Natur bringt es so keinen zusätzlichen Nutzen und auch dem effektiven Ausstieg aus der Atomenergie kommt man so keinen Schritt näher.

In dem Spiegel-Artikel wird geraten: "Ökologisch ausgerichtete Verbraucher sollten deshalb bei ihren Anbietern unbedingt nachfragen, welcher konkrete zusätzliche Umweltnutzen" entstehe. Das halte ich für den falschen Ansatz. Wer Ökostrom haben will, sollte ihn von Anbietern beziehen, die ausschließlich Ökostrom anbieten und vielleicht sogar selbst herstellen. Hier führt eine erhöhte Nachfrage immer zu einer weiteren Erzeugung von Ökostrom.

Der Wechsel ist ganz einfach. Und vielleicht hilft Euch die Seite www.atomausstieg-selber-machen.de, Euren inneren Schweinehund zu überwinden.

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Ökostrom-Mathematik

by marius last modified 2007-11-27 01:20

Wieso wir uns gegen den Öko-Tarif unserer Stadtwerke entschieden haben.

Mehrere Besucher dieser Seite haben mich gefragt, warum meine Freundin und ich zu einem Anbieter von Oekostrom gewechselt sind und nicht einen Ökotarif der Stadtwerke genommen haben.

Es ist eigentlich ganz logisch, denn: in Deutschland wird mehr Ökostrom hergestellt als nachgefragt. Die Stromkonzerne sind aber gesetzlich verpflichtet, ihn vom Erzeuger abzunehmen. Sie verkaufen den Ökostrom dann an die Kunden, die ihn gezielt nachfragen. Der Teil, der übrig bleibt, geht an die übrigen Kunden, die den normalen Preis bezahlen. Da aber der Ökostorm teurer ist als Strom aus Atomenergie oder Kohle, mindert das den möglichen Gewinn. Das Unternehmen, egal ob großer Multi wie Vattenfall oder kleine Stadtwerke, wird keinen zusätzlichen Ökostrom einkaufen.

Anders die Ökostrom-Anbieter, bei denen jede weitere Nachfrage nach Strom zu einem erweiterten Handel oder eine erweiterte Erzeugung von Ökostrom führt.

Das bedeutet, dass nur die Nachfrage bei einem Ökostrom-Anbieter auf dem Markt die Nachfrage nach Ökostrom erhöht. Dieser Effekt wird so lange anhalten, bis die Nachfrage nach Ökostrom fast genauso hoch ist wie die nach dreckigem oder gefährlichen Strom aus anderen Quellen.

Wir sind zu den Elektrizitaetswerken Schoenau gewechselt, weil wir den Ansatz, dass der Stromerzeuger in Bürgerhand ist und nicht zu einem Großkonzern gehört, unterstützen wollen. Von daher tut es mir auch fast ein bisschen leid, dass ich den Stadtwerken Münster den Rücken gekehrt habe, da deren Verkauf vor ein paar Jahren nur mit Mühe und Not durch ein Bürgerbegehren verhindert wurde.

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Internet Explorer noch immer hungrig...

by marius last modified 2007-11-27 00:55

Bisher habe ich leider noch nicht herausgefunden, wie ich diese Seite verändern muss, damit IE sie vernünftig darstellt.

Da mit steigenden Besucherzahlen dieser Seite aber auch der Anteil von Zugriffen mit dem "Internet Explorer" (leider) zunimmt, hier noch einmal die Ersatznavigation: startseite - aegypten - syrien - deutschland - journalismus - arbeitsproben - ueber mich

Und da der Internet Explorer auch das Suchfeld frisst, hier der Link zur erweiterten Suche. Und dann auch noch die Sitemap und das Kontakt-Formular.

Windows-Nutzer, die diese Seite mit dem Browser betrachten wollen, in dem ich sie erstelle, können jetzt auch eine Betaversion des Mac-Browsers Safari verwenden. Nach anfänglichen Problemen soll sie inzwischen ganz gut laufen.

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Einfach mal umschalten!

by marius last modified 2007-11-27 00:58

Wir steigen aus

Das Fass ist voll, die Geduld ist auf, wir haben die Schnauze voll: Meine Freundin und ich machen unseren eigenen Atomausstieg. Nach den Vorkommnissen von Krümmel und Brunsbüttel muss auch dem Letzten klar sein, dass Kernenergie nicht sicher ist. Auch die deutsche nicht. Und es müssen alle verstanden haben, dass es sich bei den Managern der Atomwirtschaft nicht um bedächtige Leute handelt, denen die Sicherheit ihrer Mitmenschen das Wichtigste ist. Es sind schlicht profitgeile Geschäftsmänner, die vertuschen - und wahrscheinlich auch lügen - wenn es um Probleme in ihren Kraftwerken geht. Und uns sollte klar geworden sein, dass Politiker aus ideologischen Gründen auch weiterhin an der Kernkraft festhalten, beziehungsweise nur lauwarm einen viel zu langen Ausstieg favorisieren, um ihre verfehlte Politik der vergangenen Jahre nicht eingestehen zu müssen.

Natürlich passieren bei jeder Technik Fehler, denn sie ist menschengemacht. Wer das bestreitet, hat sie schlicht nicht alle beisammen.

Doch die Kernkraft ist eine Hochrisiko-Technologie. Da dürfen keine Fehler passieren. Dementsprechend lautet das Mantra der Stromriesen, dass keine Fehler vorkommen.

Aber sie passieren. Und zwar Reihenweise: Brunsbrüttel soll seit langem 85 Defizite der Kategorie 2 haben. Das sind Mängel, die eigentlich sofort behoben werden müssen. Anstatt alle Defizite zu beheben, hat sich Vattenfall aber gerichtlich gegen die Veröffentlichung der Liste gewehrt.

Als die Staatsanwaltschaft die jüngsten Geschehnisse aufklären wollte, musste sie erst einen Durchsuchungsbefehl präsentieren, bevor Vattenfall den Namen eines Zeugen preisgab. Hört sich das nach einem vertrauenswürdigen Kraftwerksbetreiber an?

Der Meiler wurde inzwischen wieder heruntergefahren, weil nach dem Anfahren festgestellt wurde, dass Unregelmäßigkeiten im Öl des Transformators aufgetaucht sind. Ich weiß nicht, was das technisch bedeutet, aber es zeigt, dass das erst nach dem Hochfahren kontrolliert wurde.

Dann ist die Frage der Endlagerung noch immer nicht geklärt. Ja, man weiß nicht einmal, wie man Endlager kennzeichnen soll, damit sie in 100.000 Jahren nicht ausgegraben werden.

Die CO2-Bilanz der Atomkraft ist, verglichen mit der aus einem Kohlekraftwerk mit Kraftwärmekopplung (KWK), längst nicht so berauschend wie ständig kolportiert und Uran nicht viel länger verfügbar als Erdöl.

Wir schalten auf jeden Fall um. Das Terrarium, in dem ich meine Bartagame halte, wird demnächst mit einem Mix aus erneuerbaren Energien und KWK betrieben - wie auch der Rest der Wohnung. Auf www.atomausstieg-selbermachen.de haben wir uns informiert, einen Anbieter ausgesucht und dann innerhalb von Minuten den Vertrag abgeschlossen und zur Post gebracht. Den Rest erledigt der neue Stromanbieter.

Wir hätten auch einen Öko-Tarif der Stadtwerke Münster nehmen können, wo wir bisher unseren Strom bezogen. Aber wir haben uns bewusst entschieden, zu einem Anbieter zu wechseln, der gar keinen Atomstrom verkauft. Der Strom kostet uns jetzt vier Cent pro Kilowattstunde mehr - das sind wir gerne bereit, zu zahlen.

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Hallo Ulmer, was wollt Ihr alle hier?

by marius last modified 2007-06-12 14:02

89 Prozent der Besucher dieser Seite kommen derzeit von einer Ulmer Community

Herzlich willkommen, Ihr Besucher von der Seite www.team-ulm.de. Seit Anfang Juni sind 88,9 Prozent der Besucher, die nicht über Suchmaschinen sondern über Links auf www.mariusmeyer.de gelandet sind, aus Eurer Community gekommen. Ich freue mich natürlich über Euer Interesse, bin aber selbst neugierig geworden, woran das liegt.

Leider läuft der Zugriff über einen dynamischen Link, so dass ich mich nicht einfach in die entgegengesetzte Richtung klicken kann. Deswegen fände ich es toll, wenn jemand von Euch hier mal postet, von wo Ihr genau gekommen seid.

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Verdächtiger Dozent, gefährliche Studenten?

by marius last modified 2007-05-22 23:25

Die Polizei kassiert im Rahmen einer Razzia Uni-Seminarlisten. Stehen nun alle Teilnehmer unter Terrorverdacht?

Der Morgen des 9. Mai in Hamburg, Berlin und anderen norddeutschen Bundesländern: 900 Beamte des Bundeskriminalamtes, der Landeskriminalämter und der verschiedenen Länderpolizeien führen Razzien in 40 Wohnungen und Büros durch. Koordiniert wird der Einsatz von 20 Staatsanwälten der Bundesanwaltschaft. Die Durchsuchungsbeschlüsse sind mit dem Paragraphen 129a des Strafgesetzbuches begründet: "Bildung einer terroristischen Vereinigung“.

Bei Fritz S. klingeln die Fahnder gegen 8 Uhr. Sie behandeln den 68-Jährigen erkennungsdienstlich und beschlagnahmen mögliches Beweismaterial.

Der Focus bezeichnet S., der an der Universität Bremen als Lehrbeauftragter für das Fach Philosophie tätig ist, später als Schlüsselfigur der linken Szene in Hamburg und Berlin. Laut dem Magazin würden die Ermittlungsbehörden vermuten, dass er direkt mit der Planung von drei Brandanschlägen auf Häuser und Autos von Hamburger Industriellen zu tun gehabt habe. S., Mitglied des wissenschaftlichen Beirates des globalisierungskritischen Netzwerkes Attac, bestreitet die Vorwürfe.

Bei der Wohnungsdurchsuchung werden auch Listen der Studenten, die in den vergangenen Jahren die Seminare des Verdächtigen besuchten, mitgenommen. Im laufenden Semester behandelt S. einmal pro Woche mit Philosophiestudenten das Thema "Neue Technologien, Menschenbild und Ethik vor dem Hintergrund der Liberalisierungs- und Globalisierungsoffensive“.

Weiter auf sueddeutsche.de

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Videobotschaft: Islamisten drohen Deutschen und Österreichern

by marius last modified 2007-03-13 00:05

Im Internet ist ein islamistisches Video aufgetaucht, das sich an die Regierungen Deutschlands und Österreichs wendet. Es fordert den Abzug aus Afghanistan. Andernfalls drohten „Operationen“ gegen deutsche Konzerne und den österreichischen Tourismus.

„Eine Botschaft an die Regierungen Deutschlands und Österreichs“ steht auf Arabisch auf dem virtuellen Pergament, das auch die Flaggen der beiden Staaten zeigt. Drumherum lodern animierte Flammen. Eine tiefe Männerstimme trägt den Text vor. Und damit die Adressaten die Nachricht auch verstehen, ist ein deutscher Untertitel zugefügt.

Die nächste Einstellung zeigt ein Nachrichtenstudio, wie man es bei allen Fernsehsendern der Welt findet. Der Sprecher sitzt an einem geschwungenen Pult, hinter ihm steht einen hellblaue Wand.

Doch sein Gesicht ist mit einer schwarzen Strumpfmaske vermummt. Denn es handelt sich um keinen Nachrichtensender, sondern um den Kanal „Stimme des Kalifats“. Deutsch untertitelt wurde das Video von der „Globalen Islamischen Medienfront“. Diese ist laut baden-württembergischen Verfassungsschutz das führende deutschsprachige Angebot für direkte Informationen aus dem Umfeld der al-Qaida und stellt Propaganda-Videos von Anschlägen und Hinrichtungen aus dem Irak zum Download bereit.

Mit einer neutralen Stimme, wie sie bei Nachrichten-Moderatoren üblich ist, fragt der Sprecher auf Hocharabisch, warum Deutschland „Bush und seine Bande“ unterstütze. Dann wirft er der Bundesregierung vor, die Deutschen über die Natur des Afghanistan-Einsatz belogen zu haben. Dieser sei nicht für den Wiederaufbau und die Sicherheit des Landes gedacht. Die ganze Welt habe dies als Lüge erkannt, als bekannt wurde, dass deutsche Soldaten in Afghanistan Totenschädel geschändet hatten.

Damit auch jeder weiß, wer die Lügner sind, werden im Hintergrund Portraits vonBundeskanzlerin Angela Merkel und ihrem gesamten Kabinett gezeigt, vor einer wehenden deutschen Flagge.

Dann fragt der Sprecher subtil: „Ist es nicht dumm, dass ihr eure wirtschaftlichen Interessen, die weltweit verbreitet sind, gefährdet?“ Währenddessen zeigt das Video die Markenzeichen von VW, BMW, Mercedes und Adidas sowie ein Telekom-Handheld. „Ist es nicht dumm“, geht die Drohung dann unverholen weiter, „dass ihr die Mujahidin motiviert, Operationen in euer Land zu führen. Mit eurem Beistand und eurer grenzenlosen Unterstützung habt ihr die, die ihr Terroristen nennt, motiviert, euer Land anzugreifen und somit zerstört ihr eure Sicherheit mit euren eigenen Händen.“

Die Botschaft ist klar: Mögliche Ziele für Anschläge sind deutsche Konzerne im Ausland, aber auch Ziele im Inland.

Darüber hinaus wird der Taliban-Führer Mullah Dadullah zitiert, der Ende Februar ankündigte, die Operationen der Taliban auf den Norden Afghanistans auszuweiten. Dort sind die Bundeswehrsoldaten stationiert.

Auch Aiman al-Zawahiri wird in dem Film gezeigt. In einem Ausschnitt aus einem älteren Video erklärt die Nummer Zwei der al-Qaida, dass jemand, der Muslime angreife, attackiert und getötet werde.

Der Teil des Videos, der sich an die Deutschen richtet, endet mit dem Ratschlag, die Soldaten aus Afghanistan abzuziehen und „die Unterstützung für Bush und seine Leute“ zurückzuziehen.

Der zweite Abschnitt wendet sich an die österreichische Regierung. Zwar stellten die wenigen Soldaten, die die Alpenrepublik am Hindukusch stationiert hat, für die Mujahidin keine „wirkliche Bedrohung“ dar. Dennoch solle die Regierung sie abziehen. Ansonsten werde der Tourismus, der wichtigsten Pfeiler der „rosigen“ österreichischen Wirtschaft, angegriffen.

Dann appelliert der Sprecher: „Zerstört nicht die Sicherheit eines ganzen Landes wegen fünf Soldaten, die ihr nach Afghanistan geschickt habt.“ Danach wird wieder gedroht: „Wir möchten euch erinnern, dass eure Soldaten ganz in der Nähe der Mujahidin sind. Sie sind ihnen näher als andere Soldaten und die Mujahidin bereiten sich vor auf ihren Frühlingsangriff, wegen dem die ganze Welt zittert.“ Der Krieg sei nicht der Krieg der Österreicher und diese könnten ihn auch nicht ertragen.

Dann beweisen die Macher des Videos, dass sie auch in der Innenpolitik der Alpenrepublik auskennen. Sie empfehlen der Regierung Gusenbauer, das Geld, das man bei einem Abzug aus Afghanistan spare, den Studenten zu geben, denen gegenüber man Versprechen gebrochen habe. Damit wird darauf angespielt, dass die Sozialdemokraten im Wahlkampf noch angekündigt hatten, die Studiengebühren abzuschaffen, dies dann aber nicht taten.

In Nordafghanistan sind derzeit rund 2900 deutsche Soldaten stationiert. Außerdem beschloss der Bundestag am Freitag, sechs Tornado-Kampfflugzeuge zu entsenden, die den Luftraum im Süden des Landes überwachen sollen.

Österreich hat die meisten Soldaten Ende 2005 aus dem Land am Hindukusch abgezogen. Nur noch ein paar Stabsoffiziere sind dort im Einsatz.

Marius Meyer

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Einheitsgebetsruf in Kairo?

by marius last modified 2007-01-13 00:30

Rund viertausend Moscheen gibt es in Kairo. Ein paar große, die majestätisch über der Stadt thronen und viele kleine zweckmäßige, die in jeder Straße sich befinden. Und jede einzelne ruft mit Hilfe von quakenden Lautsprechern fünf Mal täglich zum Gebet.

Viele der Muezzine, der Gebetsrufer, sind nicht die besten Sänger. Fünfmal über den ganzen Tag verteilt erinnern sie die Gläubigen ans Gebet.

Die Tagesthemen berichteten heute, dass der ägyptische Religionsminister nun den Gebetsruf zentral einrichten möchte: Einige wenige, gute Muezzine sollen für alle Moscheen Kairos rufen. Über Funk soll der Ruf dann auf die Minarette kommen - und von dort zu den Bewohnern der Metropole. Gleichzeitig und wohlklingend.

Viele Muslime dürften nicht begeistert sein. Sie werden argumentieren, dass dieses Verfahren nicht vom Propheten Muhammad angewendet wurde, entsprechend eien bida' sei, eine unerlaubte Neuerung. Die Befürworter der Regelung, die vielleicht neben einer kleinen Hinterhofmoschee wohnen, werden sagen: "Und was ist mit den alten Lautsprechern, die in unser Schlafzimmer brüllen? Und suchte Muhammad nicht den besten Rufer mit der sanftesten Stimme aus?"

Wenn mich jemand fragt, ob ich für den zentralen Gebetsruf bin, würde ich antworten mit einem entschiedenen: "Jein!" Ich kann es verstehen, dass man sich nach dem infernalischen Geräuschpegel der Stadt am Tag, wenigstens nachts ein bisschen mehr Ruhe wünscht. Oder zumindestens bessere Muezzine.

Andererseits habe ich es in Kairo immer sehr genossen, im Al-Azhar-Park zu sitzen. Eine Grünanlage zwischen islamischer Altstadt, der Totenstadt, Mukattam-Berg und Zitadelle. Man befindet sich ein bisschen über dem ewigen Hupen und in frischerer Luft als in der Stadt. Und dann setzt mit dem Sonnenuntergang der Gebetsruf ein, mit ein paar Sekunden Unterschied. Nach 20 oder 30 Sekunden hört man dann mehrere hundert Stimmen zu sich hinaufbranden.

Das würde ich schon vermissen. Aber ich glaube eigentlich nicht, dass ein ägyptischer Minister solch eine Politik durchsetzen kann.

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Internet Explorer stellt diese Seite falsch dar

by marius last modified 2007-01-12 09:09

Seit ein paar Wochen kann ich mit einem Statistiktool sehen, wieviele Menschen meine Seite besuchen.

Ich bin positiv überrascht. Mit Spiegel Online kann ich sicher nicht mithalten, aber meine Seite hat mehr Besucher, als ich erwartet hätte. Schließlich update ich eher selten.

Aber ich habe jetzt auch die Gewissheit, dass immer noch gut die Hälfte der Besucher - 47 Prozent - den Internet Explorer nutzen. Leider, denn der stellt, zumindest in alten Versionen, den Kopf meiner Homepage falsch dar, weswegen die Navigation nur halb zu sehen ist.

Liebe User des Internet Explorers: auf dem Bild seht Ihr, wie der Kopf meines Blogs wirklich aussehen sollte. Wäre es nicht mal Zeit für einen neuen Browser? Zum Beispiel Firefox oder Opera.

Bis die Probleme gelöst sind, hier eine kleine Ersatznavigation für unverbesserliche IE-Nutzer:

startseite - aegypten - syrien - deutschland - journalismus - arbeitsproben - ueber mich

Und da der Internet Explorer auch das Suchfeld frisst, hier der Link zur erweiterten Suche. Und dann auch noch die Sitemap und das Kontakt-Formular.

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Meine Beta-Version und ich - gleich oder nicht?

by marius last modified 2007-05-30 12:22

Ich bin nicht allein auf die Welt gekommen. Mein Zwillingsbruder Manuel war von Anfang an dabei. Vor ein paar Wochen hat sich eine Radio-Journalistin mit uns über unser Dasein als Zwillinge unterhalten.

Der Beitrag ist unter fluter.de im Real-Player-Format abrufbar. Autorin ist Stephanie Lachnit, die als freie Journalistin vor allem für EinsLive arbeitet. Sie war vor ein paar Wochen Referentin bei einer "Radio-Werkstatt", an der ich teilgenommen habe. Neben diesem Workshop hat sie dann Manuel und mich interviewt.

Der Beitrag ist Teil des Fluter-Themenschwerpunktes "Gleichheit". Bei dem Studiogespräch ist mir aufgefallen, wie schwer es ist, Unterschiede zwischen meinem Bruder und mir aufzuzeigen - obwohl ich genau weiß, dass wir uns unterscheiden.

Vielleicht könnt Ihr, die Ihr uns seit langem kennt, ja besser beschreiben, wo wir nicht gleich sind: Auf fluter.de gibt es auch ein Forum zu dem Beitrag.

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